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Chronik

Die ursprünglich selbständigen Gemeinden Groß- und Kleinsüßen vereinigten sich im September 1933 zur Gemeinde Süßen. Über viele Jahrhunderte gehörte Großsüßen als Grenzort zu Württemberg zum Territorium der Reichsstadt Ulm, während Kleinsüßen überwiegend im Besitz adeliger Familien war. Die Lage an der großen Fernstraße durch das Filstal brachte es mit sich, dass besonders Großsüßen immer wieder unter kriegerischen Auseinandersetzungen und Durchmärschen großer Heeresteile zu leiden hatte. Als marodierende französische Soldateska am 16. Juli 1707 einen großen Teil von Großsüßen verwüsteten, verbrannten im ulmischen Amtshaus auch die gesamten Archiv- und Registraturbestände aus der Zeit vor 1707. Lediglich die rechtzeitig nach Ulm geflüchteten Kirchenbücher der ev. Pfarrei Großsüßen überdauerten den Brand. Wenige der bewahrten Dokumente reichen somit vor diese Zeit zurück. Überwiegend sind dies Abschriften von Zinsverschreibungen. Die Archivalien wurden 1970/71 durch Kreisarchivar Walter Ziegler gesichtet und geordnet. Die Bestände sind über ein Findbuch erschlossen. Verzeichnet sind darin die bis 1933 angefallenen archivwürdigen Aktenbestände der ehemaligen Gemeinden Groß- und Kleinsüßen, soweit sie nicht früheren Ausscheidungen zum Opfer fielen. Von der Nachfolgegemeinde Süßen befinden sich zur Zeit - neben Bürgersteuerlisten und verschiedenen anderen Rechnungen - nur die Sachbücher und Beilagen zur Gemeindepflegerechnung bis zum Jahr 1962 im Archiv. Insgesamt sind im Findbuch 3361 Nummern einzeln verzeichnet. Neben den Archivalien wird im Stadtarchiv Süßen auch die Erinnerung an den in Großsüßen geborenen Dichter Johann Georg Fischer (1816 - 1897) bewahrt. Er zählte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten schwäbischen Lyrikern. Des weiteren befinden sich hier Materialien zu dem ebenfalls in Großsüßen geborenen John (Johann) Jakob Bausch (1830 - 1926). Er gründete in den USA ein Optik-Imperium und wird als der "amerikanische Zeiss" apostrophiert. Außerdem verwahrt das Stadtarchiv noch größere Bestände an Gemälden und Zeichnungen aus den künstlerischen Nachlässen der Maler Helmut Baumann (1894 - 1978) und Friedrich Geiger (1907 - 1996). Das Stadtarchiv Süßen kann nach vorheriger Terminabsprache besucht werden (Tel. 07162/9330214 oder 07162/7898).