Stadt Süßen

Heidenheimer Straße 30
73079 Süßen

E-Mail info@suessen.de
Telefon 07162/96 16-0
Telefax 07162/96 16-96
Kontakt
Sie sind hier:: Home / Stadt & Politik / Stadtinfo / Stadtgeschichte

Stadtgeschichte

Die ursprünglich selbständigen Gemeinden Groß- und Kleinsüßen vereinigten sich im September 1933 zur Gemeinde Süßen. Über viele Jahrhunderte gehörte Großsüßen als Grenzort zu Württemberg zum Territorium der Reichsstadt Ulm, während Kleinsüßen überwiegend im Besitz adeliger Familien war. Die Lage an der großen Fernstraße durch das Filstal brachte es mit sich, dass besonders Großsüßen immer wieder unter kriegerischen Auseinandersetzungen und Durchmärschen großer Heeresteile zu leiden hatte. Als marodierende französische Soldateska am 16. Juli 1707 einen großen Teil von Großsüßen verwüsteten, verbrannten im ulmischen Amtshaus auch die gesamten Archiv- und Registraturbestände aus der Zeit vor 1707. Lediglich die rechtzeitig nach Ulm geflüchteten Kirchenbücher der ev. Pfarrei Großsüßen überdauerten den Brand.  Wenige der bewahrten Dokumente reichen somit vor diese Zeit zurück. Überwiegend sind dies Abschriften von Zinsverschreibungen. Die Archivalien wurden 1970/71 durch Kreisarchivar Walter Ziegler gesichtet und geordnet. Die Bestände sind über ein Findbuch erschlossen. Verzeichnet sind darin die bis 1933 angefallenen archivwürdigen Aktenbestände der ehemaligen Gemeinden Groß- und Kleinsüßen, soweit sie nicht früheren Ausscheidungen zum Opfer fielen. Von der Nachfolgegemeinde Süßen befinden sich zur Zeit - neben Bürgersteuerlisten und verschiedenen anderen Rechnungen - nur die Sachbücher und Beilagen zur Gemeindepflegerechnung bis zum Jahr 1962 im Archiv. Insgesamt sind im Findbuch 3361 Nummern einzeln verzeichnet. Neben den Archivalien wird im Stadtarchiv Süßen auch die Erinnerung an den in Großsüßen geborenen Dichter Johann Georg Fischer (1816 - 1897) bewahrt. Er zählte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten schwäbischen Lyrikern. Des weiteren befinden sich hier Materialien zu dem ebenfalls in Großsüßen geborenen John (Johann) Jakob Bausch (1830 - 1926). Er gründete in den USA ein Optik-Imperium und wird als der "amerikanische Zeiss" apostrophiert. Außerdem verwahrt das Stadtarchiv noch größere Bestände an Gemälden und Zeichnungen aus den künstlerischen Nachlässen der Maler Helmut Baumann (1894 - 1978) und Friedrich Geiger (1907 - 1996). Das Stadtarchiv Süßen kann nach vorheriger Terminabsprache besucht werden (Tel. 07162/9330214).

Die Stadtgeschichte im Überblick

1071 Erste namentliche Erwähnung als "Siezun" in einer Urkunde des Klosters Lorsch an der Bergstraße.
1382 Die Grafen von Helfenstein verpfänden einen Großteil ihrer Herrschaft, darunter auch Großsüßen, an die Reichsstadt Ulm.
1396 Großsüßen kommt ganz zu Ulm, da die Helfensteiner ihre Pfandschaft nicht mehr einlösen können.

1449 Im Schwäbischen Städtekrieg Zerstörung von Großsüßen durch Graf Ulrich v. Württemberg.
1529 Nach dem Tod Philipps von Rechberg auf Ramsberg erhalten die Reichsmarschälle von Pappenheim Kleinsüßen.
1535 Endgültige Einführung der Reformation in Großsüßen; Kleinsüßen bleibt katholisch. Im gleichen Jahr erste bildliche Darstellung der beiden Süßen auf einer Panoramakarte.
1552 Verurteilung und Hinrichtung des Schulmeisters Valentin Feinstlin wegen Brandstiftung.
1553 Die Herren von Bubenhofen auf Ramsberg erben den Kleinsüßener Besitz der Pappenheimer.
1596 Pest - in Großsüßen 158 Tote, 1607 und 1627 weitere Pestepidemien.
1613 Hexenwahn; Katharina Ruess v. Großsüßen in Ulm enthauptet und verbrannt.
1634 Dreißigjähriger Krieg - 180 Tote.
1802 Die Mediatisierung der Reichsstadt Ulm bringt Großsüßen zu Bayern.
1806 Am 18. Januar läßt der württembergische König Friedrich 1. zu Ehren Napoleons zwischen Großsüßen und Salach einen Triumphbogen errichten.
1810 Beide Orte werden württembergisch (Oberamt Geislingen).
1816 Am 25. Oktober wird der Dichter und Lehrer Johann Georg Fischer in Großsüßen geboren (verstorben am 4. Mai 1897).
1830 Bau der ersten Fabrik in Großsüßen; eine Bandfabrik im Anwesen der heutigen Fa. Schuler.
1847 Die Eisenbahn erreicht Kleinsüßen.
1848 Die Thurn und Taxissche Postexpedition wird im "Roten Ochsen" in Kleinsüßen eingerichtet.
1849 Eisenbahnlinie bis Geislingen ist fertig.
1919/25 "Gründerzeit": Firmen Strassacker, KellerBau, Spindelfabrik, Staufen-Wolle, Kammgarnspinnerei.
1933 Vereinigung von Groß- und Kleinsüßen zur neuen Gemeinde Süßen.
1938 Auflösung des Oberamtes Geislingen. Süßen kommt z. Landkreis Göppingen.
1945 20. April: Einmarsch der Amerikaner.
1946 Zuzug von über 1600 Heimatvertriebenen und Flüchtlingen (42 % d. Einw.).
1996 Stadterhebung (10.300 Einw., 5.000 Arbeitsplätze).

Stolpersteine

Eine Aktion zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

Die "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig sollen an die Opfer des Nationalsozialismus (Jüdische Bürger, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, religiös Verfolgte oder Euthanasieopfer) erinnern. Dazu werden Betonwürfel angefertigt, die mit einer Messingplatte abschließen, auf der die Lebensdaten der Betroffenen eingraviert werden. Die Steine werden auf öffentlichen Gehwegen, jeweils vor der letzten selbstgewählten Wohnadresse in den Boden eingelassen.
 
Auch Süßen hat sich an dieser Aktion beteiligt:
Die Familien Lang, Baer und Metzger aus Süßen wurden am 28.11.1941 deportiert. Sie alle kamen in ein Lager in der Nähe von Riga. Falk Sahm kam im August 1942 aus dem jüdischen Altersheim in Herrlingen nach Theresienstadt und von dort nach Malny Trostinec, wo er am 28.08.1942 ermordet wurde. Von insgesamt 16 Juden, die aus Süßen deportiert wurden, überlebten nur drei.
 
Am 16.02.2008 wurden die 13 Steine vor dem Gebäude Hauptstraße 45 eingesetzt. Dort wohnten die Familien Lang, Baer, Metzger und Herr Sahm gemeinsam bis sie deportiert wurden. Wer die Steine im Vorübergehen sieht, soll im Geiste "darüber stolpern", kurz innehalten und die Gravur lesen. Die Steine sollen Zeichen der Erinnerung sein und die Opfer in der Gegenwart präsent machen. Ein besonderer Dank gilt den Paten, welche die Kosten der 13 Steine übernommen haben.

Gunter Demnig bei der Verlegung am 16.02.2008

Die Stolpersteine sind ein wichtiges Zeichen für die Nachfahren der Opfer. Es zeigt ihnen, dass das Andenken an ihre ermordeten Familienangehörigen weitergeht und vor allem, dass sich auch die junge Generation weiter erinnern will.
 
Gunter Demnig setzt seine Stoplersteine an zahlreichen Orten ein. Seine Homepage lautet www.stolpersteine.eu.
 
Die Initiative Stolpersteine Göppingen e.V. recherchiert ebenfalls die Lebensschicksale von Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Göppingen, die von den Nazis ermordet wurden. Die Homepage lautet www.stolpersteine-gp.de.
 

Stellenausschreibung

Was erledige ich wo?

Kalender 2019